Arbeitsspeicher erweitern, selber einbauen und sparen


Bei jedem PC-Besitzer stellt sich früher oder später die Frage wie man den Computer schneller machen kann. Die meisten tippen intuitiv auf einen schnelleren Prozessor. Tatsächlich bringt eine CPU-Aufrüstung nur bei bestimmten Anwendungen eine wirkliche Steigerung. Man kann jedoch davon ausgehen, dass eine Erweiterung des Arbeitsspeichers zu einer erhöhten Arbeitsgeschwindigkeit des Computers führt. Diese Erweiterung kann man meistens selber leicht durchführen. Allerdings sind hier ein paar Dinge zu beachten.

Wird der PC mit mehr RAM/Arbeitsspeicher schneller?


Bei allen modernen Betriebssystemen wird bei Speicherknappheit ein Teil des Speichers auf einen Massenspeicher - etwa die Festplatte - ausgelagert. Hier bemüht sich das Betriebssystem, die seltener genutzten Teile auszulagern. Die Festplatte ist um Größenordnungen langsamer als der Arbeitsspeicher, auch Hauptspeicher genannt. Wird nun dieser ausgelagerte Teil vom laufenden Programm benötigt, muss erst ein anderer Haupspeicherbereich frei gemacht werden. Dann wird der angeforderte Bereich von der Festplatte gelesen und das Programm kann weiterarbeiten. Je öfter dies vorkommt, desto langsamer ist das Gesamtsystem. Daher kann man beim laufenden System schon eine ganz gute Analyse des Speicherbedarfs durchführen. Unter Windows bietet Ihnen der Tasmanager bereits gute Angaben, wie stark der Haupspeicher ausgelastet ist und wie viel Speicher ausgelagert wurde. Unter Windows XP ist dies direkt ablesbar, unter Vista oder Windows 7 muss man den Ressourcenmonitor aufrufen.

Wie viel Arbeitsspeicher sollte man einbauen


Nachdem man sich im laufenden Betrieb mit den normalerweise genutzten Programmen einen Überblick verschafft hat, stellt sich die Frage nach dem "Wie viel". Bei Arbeitsplatz-Computern ist die Frage heute eher von geringerer Bedeutung da es praktisch nur eine Entscheidung zwischen einer Aufrüstung auf zwei Gigabyte (GB) oder 4 GB gibt. Kleinere Mengen führen zu einer nur minimalen Geldersparnis und sind vernachlässigbar.
Bei Notebooks muss man jedoch im Einzelfall klären, wie viel Speicher das System maximal verwalten kann und ob bzw. wie viele Steckplätze hier frei sind. Hier können leider keine pauschalen Angaben gemacht werden. Lässt sich nur eine kleinere Menge Speicher aufrüsten als man als Bedarf ermittelt hat, sollte man überdenken, ob man nicht das ganze Notebook austauscht.

Arbeitsspeicher, aber welcher ist der richtige Speicher


Bei PC-Systemen kommen DIMM-Module vom Typ DDR, DDR2 und DDR3 zum Einsatz. Welche genau können Sie der Beschreibung der Hauptplatine entnehmen. Steht diese nicht zur Verfügung, hilft es, auf der Platine die Bezeichnung zu suchen. Die Typbezeichnung ist praktisch immer auf die Platine gedruckt oder als Leiterbahn im Kupfer erkennbar. Ebenso findet sich immer eine sogenannte FCC-Nummer. Diese oder die Typbezeichnung bei einer Internetsuchmaschine, z.B. Google, eingegeben führt fast immer zum Hersteller, der weitere Angaben zum Speicher bereit hält. Ebenso kann man eines der vorhandenen DIMM-Module ausbauen und dort nach Angaben suchen. Aber wichtig: Bevor Sie den Computer öffnen, ist dieser vom Netz zu trennen. Ferner sollten Sie keine Bausteine, Kontakte oder Platinen direkt berühren um Schäden durch Elektrostatik zu vermeiden. Auch die Speichermodule werden also nur an den Platinenecken vorsichtig berührt. Hat man den Typ, etwa DDR2 und die Speichergeschwindigkeit, z.B. 333 oder 667 etc. ermittelt, kauft man sich die entsprechenden neuen Module mit höherer Geschwindigkeit. Hierbei darf die Geschwindigkeit, die das neue Modul verträgt, größer sein, als vom Mainboard gefordert - Sie können also ein 667er Modul in ein Board einsetzen, das 600er Module braucht.

Neuer Arbeitsspeicher, aber wohin?


Wenn Ihre Hauptplatine zwei oder vier Steckplätze hat, sollten Sie auch zwei neue Module kaufen, die insgesamt die neue Kapazität ergeben. Die Steckplätze haben in der Regel Bezeichnungen die DIMM-A1, B1, A2, B2. In diesem Falle gehören die Module in die beiden A-Steckplätze - Sie sollten dies aber auch in der Beschreibung nachlesen. Hat Ihr Rechner eine ungerade Anzahl an Steckplätzen oder unterstützt die Hauptplatine keinen sogenannten Dual-Chanel-Betrieb, könnnen Sie auch ein einzelnes entsprechend großes Modul kaufen. Dieses wird dann in den Steckplatz mit der kleinsten Nummer eingesetzt - auch hier gilt: Handbuch beachten.

Und der alte Speicher?


Meistens lohnt es sich nicht, diesen wieder einzubauen. Manchmal macht er das System langsamer als ohne, da der ältere Speicher meistens langsamer getaktet wird, was dazu führt, das der gesamte Speicher langsamer läuft.

Sind noch Einstellungen nach dem Arbeitsspeicher einbauen nötig?


Meistens nicht. Generell sollte das BIOS den Speicher selber richtig erkennen und korrekt einstellen. Am besten prüfen Sie in den BIOS-Einstellungen, ob alles hier auf Automatik geschaltet ist. Die Zeit von Steckbrücken auf der Platine ist schon lange vorbei.

Arbeitsspeicher aufrüsten gezeigt in Bildern


RAM Einbau ist für jeden leicht durchzuführen. Wir haben Ihnen einige Bilder zur Erklärung zusammengestellt.

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