Auf dem Markt für Arbeitsspeicher gibt es viele Anbieter und viele Markennamen. Dies macht den Markt sehr unübersichtlich. Zudem ist der Markt für RAM-Bausteine in ständiger Bewegung, auch wenn die Innovationsgeschwindigkeit im letzten Jahr im RAM-Sektor etwas nachgelassen hat. Es ist wichtig, hier die feinen Unterschiede zu erkennen, damit man das beste passende Arbeitsspeicher-Modul kaufen kann.


Welche Arbeitsspeicher Klassen werden angeboten?


Ad hoc sieht man die Klasse der Markenware und die No-Name-Produkte. Doch dieser Eindruck täuscht leider, denn beide Klassen teilen sich nochmals auf, so dass man insgesamt auf vier Klassen mit aufsteigender Preisstruktur kommt:

  • No-Name-RAM-Module

  • 3rd oder sog. „Value Select“-Module

  • Markenprodukte von Ausrüstern

  • Markenprodukte von RAM-Chipherstellern


No-Name Arbeitsspeicher


Die zumeist billigsten RAM-Bausteine findet man in dieser Klasse. Hier werden die DIMM-Modulplatinen von zumeist unbekannten Herstellern in Fernost produziert und mit Chips verschiedener RAM-Chipherstellern bestückt. Diese Arbeitsspeicher-Module müssen nicht unbedingt schlecht sein, da die unbekannten Platinen-Hersteller zum Teil die Platinen oder auch die kompletten RAM-Module in Auftrag auch für Marken-Ausrüster produzieren und die No-Name-Ware quasi eine Überschussproduktion auf eigene Rechnung ist. Das Problem für den Laien besteht jedoch in zwei Faktoren. Zum einen ist es sehr schwer, herauszufinden, welcher der No-Name-Hersteller denn „getarnte Markenware“ liefert und welcher nicht. Zum anderen ist die Qualität oft sehr unterschiedlich. Es kann vorkommen, das man beim Kauf von zwei Arbeitsspeicher-Modulen zwar identische Platinen -manchmal noch nicht einmal das- erhält, die jedoch mit verschiedenen RAM-Chips bestückt sind. Hier liegen oft viele Probleme mit instabil laufenden Computern begründet. Daher sollte man sich dieser Arbeitsspeicher-Module nur bedienen, wenn man diese vor dem Kauf mindestens sehen kann. Für einen preiswerten Rechner ist ein solches Modul eine Option.

RAM-DIMMs mit „3rd“-Bestückung


Hier liegt im Prinzip die gleiche Situation wie bei den No-Name-RAM-Modulen vor. Der einzige Unterschied ist, dass der Anbieter vorher den RAM-Chiphersteller genau bezeichnet. So hat man eine recht hohe Sicherheit, das man zumindest zwei identische Module erhält, die auch miteinander harmonisieren. Wenn man einen preiswerten Rechner mit mehr als einem Modul bestücken muss oder möchte, kann man hier vielleicht ein gutes Schnäppchen finden.

Marken-Arbeitsspeicher von Ausrüstern


Ausrüster und Zubehör-Hersteller bieten eine breite Palette von Arbeitsspeicher-Modulen an. Diese haben den Vorteil, das die Ausrüster wie Kingston, Corsair u.v.a.m. entweder durch eine sehr gute Arbeitsgeschwindigkeit oder durch eine erheblich bessere Serviceleistung punkten. Nur so können sich die Ausrüster gegen die Chiphersteller durchsetzen und am Markt bestehen. Hier gibt es eine breite Palette an Angeboten. Die RAM-Module können z.T. auch teurer sein als die der Chiphersteller, liefern dafür aber auch mehr. Ebenso bieten Ausrüster gute Module preiswerter an. Hier muss man sich als Kunde entscheiden, ob man sparen oder die optimale Leistung herausholen will. In dieser Klasse lohnt ein Blick in die Datenblätter der Anbieter, da die Ausrüster oft ihre Module auf Kompatibilität mit bestimmten Computern testen und die Funktion teilweise auch garantieren. Ebenso erhält man in dieser Klasse Arbeitsspeicher-Module im 2er-Pack, die exakt aufeinander abgestimmt sind. In dieser Klasse finden sich meistens die schnellsten verfügbaren Speichermodule. Ebenso bietet diese Klasse die besten Voraussetzungen für schnelle Rechner durch Übertaktung etc.

Arbeitsspeicher von Chipherstellern


Diese Klasse bezieht sich auf DIMM-Module, die vollständig aus der Hand der RAM-Chipherstellern kommen. Hier werden die Platine, die Chips zur Bestückung und die EEPROM-Logik in im gleichen Betrieb gefertigt. Diese Module sind zumeist perfekt abgestimmt, da der Produzent alles Wissen über die Chips –auch jenseits der Spezifikation- kennt. Im Gegensatz zu den Ausrüstern, die solche Informationen erst teuer messen müssen, kennt der Hersteller die Qualitäten und Variablen jeder einzelnen Chip-Charge und kann darauf reagieren. Diese Module versprechen die höchste Qualität aber auch den höchsten Preis. In dieser Klasse wird meistens mehr Wert auf Stabilität denn auf Arbeitsgeschwindigkeit gelegt. Daher eignen sich diese Module vorzugsweise für Server und wichtige Arbeitsplatzrechner.