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Was ist Overclocking?

Beim Overclocking – zu Deutsch: Übertakten - versucht man, den PC-Computer oder einzelne Komponenten durch gezielte Erhöhung der Taktfrequenz und der Betriebsspannung zu höherer Leistung zu bringen. Ansätze bieten der Prozessor, der Arbeitsspeicher oder die Grafikkarte. Grundsätzlich führt diese Leistungssteigerung zu einer deutlichen Erhöhung der Abwärme. Daher müssen Overclocking-Maßnahmen unbedingt mit einem entsprechenden Kühlkonzept kombiniert werden. Theoretisch lässt sich die Rechenleistung durch höhere Taktfrequenz und Betriebsspannung mit geeigneter Kühlung beliebig steigern. In der Praxis gerät man aber vor allem durch die Kühlung an physikalische Grenzen. Extreme Beispiele für Kühlsysteme in Overclocking-Systemen arbeiten mit flüssigem Stickstoff oder ähnlichen, gasgestützten Systemen. Hier gibt es dokumentierte Beispiele, bei denen eine kurzzeitige Leistungsverdoppelung erreicht wird. Solche Systeme haben jedoch keine Alltagstauglichkeit und dienen eher als Machbarkeitsstudie. Tatsächlich stabil nutzbare Overclocking-Systeme erreichen mit einem guten Kühlkonzept bis zu 20 % Leistungssteigerung. Einige Komponenten, beispielsweise Grafikkarten, bieten bereits ab Werk Einstellmöglichkeiten, die Leistung zu steigern. Dennoch ist grundsätzlich zu beachten, dass ein Betrieb außerhalb der Spezifikation zu einem Garantieverlust führen kann. Dies gilt auch, wenn bereits der Hersteller entsprechende Einstellmöglichkeiten in den Treibern mitliefert. Ferner entbindet den Betreiber das Vorhandensein solcher Optionen nicht, für ein geeignetes Gesamtkonzept inklusive Kühlung zu sorgen. Einfach nur die „Schieberegler im Treiber hochschieben“ funktioniert selten langfristig. Im Sinne der Lebensdauer der eingesetzten Hardwarekomponenten sollte man sich langsam, quasi "von unten" an die Leistungsgrenze heran testen. Nach jedem Erhöhungsschritt sollte ein ausgiebiger Test mit verschiedenen rechenintensiven Programmen erfolgen. Erst wenn man sicher ist, dass der Computer auch unter diesen Bedingungen stabil arbeitet, sollte man den nächsten Erhöhungsschritt gehen. Ist dies nicht der Fall, muss man einen Schritt zurück oder versuchen, die Kühlung zu verbessern. Außerdem ist es sinnvoll, alle Testläufe mit einem entsprechend genauen Temperaturfühler zu begleiten und so das Kühlkonzept unabhängig von der Stabilität auszutesten. Einsteiger in dieser Thematik sollten sich vorher umfangreich informieren.

eingereicht am Mittwoch, 04.08.2010

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